Geschichte der Feuerwehr Steinfurt

Alte Handpumpe Borghorst von 1878

Den 13. März 1878 kann man als Gründungstag der Feuerwehr Steinfurt nennen. An diesem Tag wurde in der damals eigenständigen Gemeinde Burgsteinfurt die Freiwillige Feuerwehr Burgsteinfurt gegründet.

Gut ein Jahr später wurde dann in der damaligen Nachbargemeinde Borghorst ebenfalls eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Zu dieser Zeit gab es die Stadt Steinfurt als solche noch lange nicht, da diese erst im Jahre 1975 offiziell entstand.

In den Gründerzeiten bis weit in die 20er und 30er Jahre hinein war die Feuerwehr noch pure Handarbeit: Gerätschaften und Pumpen mussten mit Manneskraft betrieben werden. Dazu gehörte auch der Transport der Pumpen zum Ort des Brandes, welcher erst nach dem zweiten Weltkrieg durch motorisierte Fahrzeuge durchgeführt wurde.

Erstes motorisiertes Löschfahrzeug um 1930 auf dem Markt in Burgsteinfurt

Bis zum 1. Januar 1975 gab es in den jeweiligen Gemeinden eine eigenständige Feuerwehr. An diesem Tag trat die Gebietsreform des Landes Nordrhein Westfalen für das Gebiet Münster-Hamm in Kraft, welche den Zusammenschluss der beiden Städte Borghorst und Burgsteinfurt zur heutigen Stadt Steinfurt beinhaltete. Auch für die Feuerwehr bedeutete dies den Zusammenschluss der beiden Feuerwehren und die Unterteilung der Löschzüge.

Die Motorspritzenabteilung Steinfurt am 4.10.1931

Am Ende des Jahres 1974 wurde durch die Anhörung der beiden Wehren der Borghorster Kaufmann Julius Goost zum neuen Wehrführer, dem ersten Stadtbrandmeister der neuen Stadt Steinfurt, vorgeschlagen und Anfang 1975 vereidigt. Der Burgsteinfurter Kaufmann Rolf Elfers wurde zu seinem Stellvertreter ernannt.

Zwischenzeitlich zog die Feuerwehr mehrmals um; das alte Gerätehaus in der historischen Alstadt von Burgsteinfurt wurde beispielsweise im Laufe der Zeit zu klein. Ende der Siebziger zog der Löschzug dann in den Neubau an der Sandkuhle, der bis heute den Löschzug beheimatet.

Altbau der Wache Borghorst in früheren Jahren

Das Gerätehaus in Borghorst an der Neustraße platzte Ende der Sechziger Jahre ebenfalls "aus allen Nähten" und wurde durch einen Anbau, in den der Rettungsdienst sowie die wichtigsten Fahrzeuge einzogen, ergänzt.

Im Jahr 2001 wurde auf der Wiese gegenüber der Feuer- und Rettungswache Burgsteinfurt die feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) des Kreises Steinfurt gebaut. 2008 wurde der Altbau der Rettungswache saniert und durch eine Gebäudeerweiterung vergrößert.

Im Jahr 2015 zog der Rettungsdienst in eine neue Rettungswache nach Wilmsberg um. Der dadurch nicht mehr genutzte Anbau wird seit Sommer 2016 durch den DRK Ortsverein Borghorst genutzt.

Mit dem zeitgleichen Neubau des Gerätehauses in Borghorst und dem Abriss der alten, maroden Feuerwache wurde ebenfalls im Sommer 2016 die Modernisierung des Standortes abgeschlossen.

In den kommenden Jahren soll der Standort Burgsteinfurt ebenfalls noch einmal modernisiert werden. Die Planungen und der Bau für eine neue Leitstelle des Kreises Steinfurt an der Tecklenburger Straße sowie eine neue, größere feuerwehrtechnische Zentrale des Kreises Steinfurt am Seller Esch im Stadtteil Burgsteinfurt laufen und werden vermutlich 2021 abgeschlossen sein.

In zahlreichen gemeinsamen Kameradschaftstreffen sowie in Übungen, Einsätzen und Lehrgängen wurde die Feuerwehr Steinfurt zu dem Bollwerk der Kameradschaft, welches sie bis heute darstellt. Besonders hervorzuheben sind hierbei viele Großbrände und Einsätze nach schweren Unwettern, die Hand in Hand von den beiden Löschzügen gemeinsam erfolgreich gemeistert wurden.

Besonderheit

An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Freiwillige Feuerwehr Burgsteinfurt die erste Feuerwehr im Land Westfalen war, die eine Alters- und Ehrenabteilung einrichtete, in der bis heute die Pflege der Kameradschaft der ehemalig aktiven Mitglieder aufrecht erhalten wird.

Zur Zeit sind 74 Mitglieder in der Alters- und Ehrenabteilung aktiv.