Alarmierung

Damals und heute

"Woher und wie wisst ihr Bescheid wenn's brennt?" Diese Frage wird immer wieder gestellt, wenn es darum geht, wie freiwillige Feuerwehren überhaupt ausrücken können.

Bis heute geschieht dies noch über Luftsirenen, die auf verschiedenen Gebäuden in Steinfurt platziert sind. Diese Sirenen wurden damals noch per Hand angeschaltet; heute geschieht dies via Funk.

Auf einem bestimmten Funkkanal werden von der Kreisleitstelle fünf von einander unterschiedliche Töne sowie ein spezieller Gong-Ton schnell hintereinander ausgegeben. Die Sirene wertet diese Tonfolge aus und schaltet sich über ein Relais ein. Dies ist in Steinfurt jeden ersten Samstag des Monats um 12:30 Uhr in Form eines Probealarmes der Fall.

Nachteil dieser Alarmierungsart: Bei jedem Alarm setzte ein Art "Katastrophen-Tourismus" ein, d.h. Einsatzkräfte wurden und werden häufig durch Schaulustige behindert.

Seit den siebziger Jahren wird dieses Prinzip auch für Funkmeldeempfänger (FME, auch "Stille Alarmierung" genannt) genutzt.

Die Funktionsweise ähnelt der Sirene: Der FME wertet die 5-Tonfolge aus, die von der Leitstelle via Funk gesendet wird und gibt einen lauten Alarmton von sich. Das gleichzeitig geschaltete Relais gibt den Lautsprecher frei und es folgt eine Sprachdurchsage der Leitstelle mit allen nötigen Informationen für den Einsatz.
Diese Technik ist relativ sicher und wird heutzutage immernoch eingesetzt.

Nachteil: Bei einem hohen Einsatzaufkommen wird der jeweilige Funkkanal durch ständige Alarmierungen blockiert; wichtige Sprechdurchsagen können nicht zeitnah erfolgen.

Im Zuge der Umstellung auf die digitale Alarmierung bekam die Feuerwehr Steinfurt im Jahr 2003 als erste Wehr im Kreis digitale Funkmelder (DME, teilweise kleiner als eine Zigarettenschachtel). Diese Melderart nutzt zwar immernoch eine bestimmte Funkfrequenz, jedoch fällt die Durchsage der Leitstelle komplett weg.

Das Prinzip des Auswertens bleibt auch hier erhalten: Jeder Melder hat verschiedene RIC's (Radio Identifier Codes) einprogrammiert. Die Einsatzmeldung wird als Textmitteilung (vergleichbar mit der SMS auf dem Handy) an bestimmte RIC-Adressen gesendet, vom DME ausgewertet und als Text dargestellt. So kann jedes Feuerwehrmitglied im Einsatzfalle gezielt alarmiert werden und bekommt umfangreiche Informationen wie Einsatzstichwort, Uhrzeit, Ort und Straße direkt auf seinen Melder geschickt.

Trotzdem kann es auch in Zeiten der digitalen Alarmierung auch zu kleineren Ausfällen und Problemen kommen. Daher haben die oben genannten Luftsirenen immernoch nicht ausgedient und werden auch in Zukunft - Seite an Seite - mit den Funkmeldern eingesetzt.